Die Jungpferdeausbildung ist eine der Facetten, die ich besonders gerne mag. Neues anlegen – die Basis auf feste, sichere Füße zu stellen, um dem Pferd alles zu ermöglich, ohne negative Muster, Eindrücke oder schlechte Erfahrungen.

Zum Anreiten habe ich schon einiges geschrieben, jedoch ist ein ganz wichtiger Punkt auch die Gewöhung des jungen Pferdes an den neuen Besitzer bzw. an einen anderen Reiter. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein gemeinsames Herangehen sehr viel Sicherheit für den neuen Reiter sowwie für das Pferd bringt. Wichtig dabei ist immer, dass der Ausbilder „abspürt“, was kann ich meinem Pferd und dem neuen Reiter/ Besitzer zutrauen und zumuten. Nur wenn ein sicherer, ruhiger und entspannter Rahmen gegeben ist – den der Ausbilder schaffen muss – kann ein gutes Resultat entstehen. Jeder Druck, Zwang – oder ein „zu viel“ oder „zu lange“ wirkt sich negativ auf das Vertrauen des Pferdes in den Menschen aus.

Ein gemeinsames Reiten indem erst der Ausbilder und dann der neue Reiter mit dem Pferd arbeiten ist sinnvoll. Eine Substitution der reiterlichen Arbeit des Ausbilders lässt allmählich mehr Raum für den neuen Reiter. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn der Ausbilder dem neuen Reiter/ Besitzer schon während des Reitens erklärt, was er wie und warum macht, der Reiter einen deutlich leichteren Einblick in das differenzierte Arbeiten mit dem Pferd bekommt.

Grundsätzlich kann hier kein genereller Zeitrahmen definiert werden, jedes Pferd und jeder Reiter sind anders und ich finde einen solchen Prozess erst gut abgeschlossen, wenn Reiter und Pferd sich miteinadner sicher fühlen. Wichtig sind positive gemeinsame Schritte, jeden Tag/ jede Einheit einen Schritt weiter!

Foto Jojo Harslem